Geschichtliches Geschichte der Kirchengemeinde  Evangelische Pfarrer zu Laufenselden ab 1528 Evangelische Pfarrer aus Egenroth ab 1534 Geschichte der Kirchengemeinde  Beide Kirchengemeinden können auf eine lange evangelische Geschichte zurückblicken, da  hier die Reformation sofort von den Grafen zu Nassau und Katzenelnbogen übernommen  wurde. So wurden die Priester der beiden Gemeinden bereits 1527 dazu verpflichtet ab sofort  nach Luthers deutscher Messe den Gottesdienst zu feiern.  Die Listen der Pfarrer sind für Interessierte unten auf dieser Seite aufgeführt. Bis zum Jahr 2000 war Laufenselden (zur Zeit rund 1000 Mitglieder) eine volle Pfarrstelle, die  zu diversen Zeiten auch die Gemeinden Reckenroth, Ackerbach und Berndroth mitversehen  hat. Die evangelische Kirche, die bereits aus dem frühen 12. Jahrhundert stammt, hat einige  Umbau- und Renovierungsphasen durchlebt.  Bei der letzten Großrenovierung in der 60iger  Jahren ist ein Buch zur Geschichte Laufenseldens und der Kirche entstanden. Einige wenige  Restexemplare sind noch im Pfarramt zu haben.  1929 wurde das alte Pfarrhaus gegenüber der Kirche verkauft. Erst 1962 wurde auf einem  kircheneigenen Grundstück das neue Pfarrhaus errichtet. 1987 rundete der Neubau des  Gemeindehauses den Raumbedarf der Kirchengemeinde größtenteils ab.  Frau Regina Enders beschreibt im Folgenden die Kirchengemeinde Egenroth:     Egenroth Das Dorf liegt östlich des Klosters Gronau und des Altenberges. Es ist eine Gründung der  Katzenelnbogener. Um 1260 hieß es „Erechenrod“. Gronau besaß hier einen Herrenhof mit  einem Hubengericht (Dorfgericht - niedere Gerichtsbarkeit). 1569 und 1631 gab es in  Egenroth 8 Haushalte, 1634 waren es noch 4, 1648 stand das Dorf leer.  Grebenroth   Das Dorf ist nördlich von Gronau gelegen und wurde um 1250 als „Grevenrod“ erwähnt. Auch  hier wohnten Bedienstete des Hofgutes. Die Siedlung erstreckt sich parallel zum Bärbach. Am  südöstlichen Ausgang ist ein Sauerbrunnen vorhanden.  In Grebenroth ist ein Alten- und  Pflegeheim ansässig, das über 61 Plätze verfügt. In der Einrichtung werden auch  Gottesdienste für die Heimbewohner abgehalten.  Langschied   Das Dorf hat von seiner Höhenlage (540 m über dem Meeresspiegel) seinen Namen erhalten.  Es wurde auf der Höhe gegründet, wo sich die Wasser zur Lahn und zum Rhein scheiden. In  den Urkunden taucht der Ort erstmalig um das Jahr 1260 auf als Langinscheid.  Martenroth    Die zweitkleinste Gemeinde von Heidenrod liegt nahe der Bäderstraße an der Kreisgrenze zu  Rheinland-Pfalz. Seit etwa 1250 ist der Ort „Martrod“ urkundlich benannt. Um diese Zeit  besaßen die Grafen von Katzenelnbogen hier Eigenleute. Während des 30-jährigen Krieges  wurde das Dorf vollständig zerstört. Alle vier Dörfer haben im Jahr 2010 mit verschiedenen Veranstaltungen unter großer  Beteiligung der Dorfgemeinschaften und zahlreichen Besuchern ihr 750jähriges Bestehen  gefeiert. Kloster Gronau   Das Kloster am Fuß des Altenberges wurde wahrscheinlich um 1130 von Benediktinern aus  der Abtei Michaelsberg in Siegburg als Hauskloster der Grafen von Katzenelnbogen  gegründet. Es wurde 1252 erstmalig urkundlich als „Grunowe“ (grüne Aue) erwähnt und war  damit nach dem Chorherrenstift St. Goar das älteste Kloster der Niedergrafschaft  Katzenelnbogen sowie geistiges und wirtschaftliches Zentrum.  1527 wurde hier auf einer  Synode durch Adam Krafft, einem Schüler Luthers und Hofprediger Philipps des Großmütigen,  die Reformation im Gebiet eingeleitet. 1537 folgte die Auflösung des Klosters durch Landgraf  Philipp von Hessen. Im Jahre 1542 ließ er es in ein „Hohes Hospital“ für Männer umwandeln.  Innerhalb der Umfassungsmauer sollen sich 19 Gebäude befunden haben. Nach dem 30-  jährigen Krieg wurde die beschädigte Klosteranlage als Hofgut verpachtet, später verkauft. Im  19. Jahrhundert wurde eine Schule für das Kirchspiel Egenroth eingerichtet.    Kirche auf dem Altenberg  Westlich von Egenroth mitten in Wald und Feld liegt die Kirche des Kirchspiels Egenroth. Der  Altenberg, nahe dem Kloster Gronau zwischen den Dörfern Egenroth und Grebenroth  gelegen, besaß schon früh eine Mittelpunktfunktion.  Es gab ein Amt und ein Gericht  Altenberg, zu dem zahlreiche umliegende Gemeinden zählten und das noch 1494 Erwähnung  fand, außerdem wurde hier Markt gehalten. Im Jahr 1527 wurde auf dem Altenberg neben der  Kirche und dem Pfarrhaus eine Schule errichtet. Nachdem die ursprüngliche Kirche auf dem  Altenberg baufällig geworden war, wurde sie bis auf die Grundmauern abgerissen. Das  Benediktinerkloster Gronau ließ an der alten Gerichtsstätte 1748 eine Pfarrkirche errichten, die  dem heiligen Michael geweiht war, und die bis zum heutigen Tag der Gemeinde als  Gotteshaus dient.   Durch den 30-jährigen Krieg verlor dieses religiöse, politische und kulturelle Zentrum an  Bedeutung, die baufälligen Gebäude wurden abgetragen. Die Schule wurde nach Gronau  verlegt, ein Pfarrhaus in Egenroth neu errichtet. Zentraler Blickfang beim Betreten der Kirche  ist die Barock-Orgel, die im Jahr 1757 von J.W. Schöler (Bad Ems) gebaut wurde. Während  der Renovierung der Kirche in den Jahren 1963 – 1966 wurden die Fresko-Malereien im  Bauern-Barock-Stil freigelegt, die jahrelang unter mehreren Schichten weißer Farbe verborgen  waren. Die älteste Glocke in der Kirche wurde 1378 gegossen und hängt ebenso im  Glockenturm wie die 1951 gegossene „Ruferglocke“. Seit 1952 vervollständigt die Patenglocke  aus Grabnick (Ostpreussen), die im Jahr 1661 gegossen wurde, den Dreiklang im Turm  unserer Kirche. Die Glocke aus Grabnick, die von der Zerstörung im zweiten Weltkrieg  verschont geblieben ist, fand über den Glockenfriedhof Hamburg den Weg zu uns nach  Egenroth. Seit 2000 ist die Kirchengemeinde Egenroth mit der Kirchengemeinde Laufenselden  pfarramtlich verbunden. Auch die Kirchengemeinde Egenroth ( zur Zeit ca. 440 Mitglieder) war  bis zum Jahr 1997 eine eigenständige volle Pfarrstelle. Seit 2000 kam zunächst Pfarrerin  Nikola Züls mit halbem Dienstauftrag nach Laufenselden. Zu diesem Zeitpunkt war noch  Pfarrerin Bettina Pörtner mit halber Stelle in Egenroth tätig. Nach ihrem Weggang wurde  Pfarrerin Züls 2004 zu Inhaberin der pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinde von beiden  Kirchenvorständen gewählt. Nach wie vor spürt man noch die Trennung zwischen beiden  Gemeinden. Die Zusammenlegung geschah nicht freiwillig und war Muss durch die  Mitgliederzahlen. Zwischen den beiden Gemeinden liegt die Bäderstraße, der Limes und die  Wasserscheide. Also von alters her läuft das Wasser in verschiedene Richtungen. Sie  lächeln? Die Menschen in Egenroth sind nach Nastätten hin ausgerichtet, Laufenselden eher  nach Bad Schwalbach und Wiesbaden. Alte Vorurteile beginnen erst jetzt in der jüngeren  Generation aufzuweichen. Konfirmanden gehen zu denselben Schulen, werden mobiler. Hier  beginnt ein neuer Weg.   In den alten Köpfen ist das noch ein Problem. In den Kirchenvorständen ist in den  vergangenen Jahren die Zusammenarbeit neu entstanden und auf einem guten Weg.  Sonntags wird gegenseitig zum Besuch in einer Kirche eingeladen. Das Angebot wird nur sehr  dürftig angenommen. Aber auch hier erleben wir die junge Generation mit mehr Offenheit. Da  beide Gemeinden sich eine Pfarrerin teilen, wächst aber der Blick für den jeweils anderen Teil  der Gemeinde. Gerade im Konfirmandenunterricht, der in den letzten Jahren oft gemeinsam   stattfindet, ist das Umdenken schon kein Thema mehr. Kirchengemeinde wird hier mehr und  mehr als eine Einheit gesehen.   zum Seitenanfang  Evangelische Pfarrer zu Laufenselden ab 1528  1528 – 1555 Johannes Plaustrarius Wagner, von Luther ordiniert  1555 – 1558   Vitus zu Weiden 1558 – nach 1565   Jakob Caesar ( Keyser) Vor 1585 – 1593  Valentin Imhoff aus Springen  1593 – 1605 Heinrich Latomus aus Rauschenberg  1605 – 1611 M. Christoph König 1616 – 1626  Johannes Caesar aus Ackerbach  1626 – 1637 Heinrich Textor aus Frankenbach  1637 – 1642 von Altenberg und Gronau mitversehen  1642 – 1644 Johann Tobias Weber aus Idstein 1644 – 1649 von Hohenstein versehen durch Pfarrer Friedrich Athleta  1649 – 1667 Johann Georg Satorius aus Eschwege 1667 – 1700 Philipp Chun  1700 – 1706 Adjunkt sein Schwiegerenkel Johann Adam Vietor  1707 – 1722 Johann Nicolaus Herber  1722 – 1744 Elias Anton Satorius 1742 – 1744 Adjunkt Joh. Christian Pfieffer 1744 – 1750 Johannes Otto aus Nastätten  1750 – 1774 Johann Melchior Büff aus Marienfels 1772 – 1774 Adjunkt seines Vaters Johann Georg Valentin Büff  1774 – 1793 Heinrich Hassenkamp  1793 – 1808 Johann Mathäus Wagner  1808 – 1825 Georg Heinroich Funk aus Niedermeiligen  1825 – 1839 Johann Friedrich Snell  1840 – 1849 Johann Georg Karl Rittersbacher 1849 – 1851 Pfarrvikar Georg Friedrich Weißbrod 1851 – 1854 Pfarrvikar Ernst Bickel aus Dornholzhausen  1854 – 1864 C.J. Wilhelm Westerburg aus Bergebersbach  1865 – 1879 Karl Wilhelm Friedrich Bernhard Schüler  1880 – 1890 Paul Moser 1891 – 1896 Julius Anspach  1897 – 1898 Wilhelm Müller  1900 – 1913 Ernst Julius Michel  1914 – 1925 Heinrich Brumm aus Roth  1925 – 1934 Friedrich Donsbach aus Hirschberg  1934 – 1943 Vertretung Erich Keller aus Egenroth  1943 – 1947 Vertretung Ernst Schilp aus Ackerbach  1947 – 1948 Helmut Milner  1949 – 1954 Hans Dingeldey  1954 – 1958 Johann Heinrich Vömel aus Bad Homburg  1958 – 1960 Klaus Herrmann aus Darmstadt  1960 – 1968 Edmund Reccius aus Hofheim am Taunus  1968 – 2000 Marie Luise Runkel  2000 – Nikola Züls zum Seitenanfang  Evangelische Pfarrer aus Egenroth ab 1534  Im Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete von  Wilhelm Diehl (Hassia sacra, Bd. VII), Darmstadt 1933, S. 289-290, bei Hellmuth Gensicke,  „Kirchspiel und Gericht Altenberg-Egenroth, in: Nassauische Annalen, Bd. 86, 1975, S. 261-  277, (hier die Seiten 265-266) sowie in unserer Pfarrerkartei finden sich folgende  Informationen:·       1534 – 1558 Hermann Hadamar (eigentlich Dalheimer aus Hadamar),         1558 – 1576 Vitus zur Weiden,        1577 – 1590 Melchior Caesar (auch Kayser),        1590 – 1597 Laurentius Hilgart,        1598 – 1613 Gottschalk Geise,        1614 – 1616 Nikolaus Beyer,        1616 – 1626 Jakob Martini,        1626 – 1629 Georg Malleolus,        1629 – 1635 Erastus Artopaeus,        1635 – Theophil Faber,        1636 – Johann Georg Waepner,        1636 – 1638 Lukas Matthiae,        1639 – 1642 Johann Tobias Weber, von 1642 bis 1644 wurde die Pfarrei von Laufenselden mit versehen, von 1644 bis 1649 von Hohenstein. 1649 – 1662 Johann Georg Sartorius (zugleich Pfarrer von Laufenselden und Ackerbach), 1662 – 1673 Johann Christophorus Forst, 1673 – 1714 Johann Peter Frowein, 1714 – 1751 Johann Philipp Colonius (1751 Sohn Adam Eberhard Colonius als Adjunkt  seines Vaters), 1751 – 1759 Wilhelm Ludwig Faust, 1760 – 1776 Johann Ludwig Weidemann, 1777 – 1795 Johann Gottlieb Funck, 1796 – 1815 Jakob Philipp Heinzemann, 1815 – 1835 Ludwig Wilhelm Christian Winter (pensioniert 1831), 1831 – 1835 Johann Georg Schupp, Vikar ab 1831, 1835 – 1864 Wilhelm Heinrich Jüngst, Vikar ab 1835, Pfarrer ab 1840 (Rufname Wilhelm), 1864 – 1877 Heinrich Karl Wilhelm Wagner, 1877 – 1883 Karl Wilhelm Lamberti, 1883 – 1896 Karl Hermann Ludwig Anthes, Rufname: Karl, 1896 – 1916 Ernst Karl Eduard Wilhelm Thiel (Rufname Wilhelm), 1916 – 1929 Johannes Hermann Heinrich Gail & Rufname: Johannes 1929 – 1943 Erich Keller, 1947 – 1955 Kurt Waldeck, 1955 – 1989 Friedrich Dietz (anfänglich als Pfarrverwalter), 1990 – 1997 Helmut von Seltmann, 1997 – 2003 Pfarrvikarin Bettina Rumpf, später Pörtner seit 2003 Nikola Züls zum Seitenanfang    Evangelische Kirchengemeinde Laufenselden - Egenroth