Liebe Gemeindeglieder, wussten Sie, dass wir uns für das Guiness Buch der Rekorde mal bewerben sollten? Zumindest die  Kirchengemeinde Laufenselden kennt seit 1968 das Wort „Vakanz“ nur aus anderen Gemeinden. Da  haben wir im letzten Jahr ein Jubiläum versäumt. In anderen Gemeinden sieht das anders aus und  die Zukunft wird wohl noch problematischer werden. So zumindest die Prognosen der Kirche.  Kirchenaustritte und demografischer Wandel lassen auch unsere Gemeinde zusammenschrumpfen.  Das werden wir in den nächsten Jahren noch mehr zu spüren bekommen. Gleichzeitig soll Kirche  dennoch alle Aufgaben weiterführen, die sie bisher hatte. Am liebsten jeden Sonntag überall  Gottesdienste, auch wenn die Besucherzahlen nachlassen, mein Kind taufen, in Schule und  Kinderkirche begleiten und dann konfirmieren, auch wenn ich selbst nicht mehr der Kirche angehöre.  Ich als Pfarrerin mache das und werde das auch nach wie vor als meine ureigene Aufgabe ansehen,  Menschen zu begleiten auch bis zuletzt. Dennoch macht es mich schon manchmal traurig, dass die  Erwartungen an Kirche nach wie vor sehr hoch sind, die Bereitschaft aber, sich selbst als Teil dieser  Solidar-gemeinschaft zu betrachten und sich einzubringen, immer mehr nachlässt. Da kommt eben  die Unsicherheit auf, wie lange wir dieselbe Arbeit mit immer weniger Schultern noch stemmen  können. Das sieht in der Pfarrschaft so aus aber auch bei den Ehrenamtlichen in den Gemeinden.  Leider haben wir auch noch kein Patentrezept gefunden, wie man diese Situation verändern kann.  Dennoch möchte ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass Gott und seine Kirche für diese Erde noch  wichtig sind, als Mahner zur Menschlichkeit, Bewahrer der Schöpfung, Rufer zur Nächstenliebe.  Mit  all ihren Fehlern, Ecken und Macken sehe ich unsere Institution Kirche doch auch als Gottes Botin in  der Welt. Weil ich selbst immer wieder erfahren darf, dass Gott jeden Tag neu mit mir anfängt,  möchte ich nach wie vor jeden Tag neu als Pfarrerin einladen, dieser Kirche treu zu bleiben,  gemeinsam sich auf den Weg zu machen und für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung unserer  Schöpfung eine Stimme zu sein.  Ich bin gerne Pfarrerin, darum habe ich auch zugestimmt, die Krank-heitsvertretung für den  Breithardter Kollegen zu übernehmen. Das kann bedeuten, dass ich in den kommenden Wochen  hier nicht alle bisherigen Aufgaben weiter so leisten kann. Aber wie gesagt: Vakanz ist hier ja ein  Fremdwort. So hoffe ich auf Verständnis Ihrerseits, wenn ich meine Zeit nun mit Breithardt,  Burghohenstein und Steckenroth teile. Wir hoffen, dass die Krank-heitsphase von Pfarrer Luipold  nicht so lange andauert und er bald wieder für seine Gemeinde tätig sein kann. Bis dahin wünsche  ich uns allen eine Passionszeit, die uns daran erinnert, was Jesus für uns getan hat und ein  Osterfest, dass uns das Leben feiern lässt.  Für heute grüße ich Sie Ihre Pfarrerin  Nikola Züls  Evangelische Kirchengemeinde Laufenselden - Egenroth